Caritas feiert 60-jähriges Jubiläum der Sisters of Mary Immaculate
Mit einem Festakt wurde am 9. September 2026 im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin in Bayreuth die Ankunft der ersten indischen Schwestern in der Erzdiözese Bamberg vor 60 Jahren gefeiert. Am 8. September 1966 kamen sechs Schwestern des Ordens Sisters of Mary Immaculate am Flughafen in Nürnberg an und sollten von da an die Pflege in Altersheimen der Erzdiözese und speziell in Bayreuth übernehmen. Insgesamt haben in 60 Jahren über 80 Schwestern des Ordens im Bayreuther Pflegeheim nach dem Leitbild „Dienen statt Verdienen“ gewirkt.
Den Festgottesdienst zum Jubiläum feierte Erzbischof Herwig Gössl mit 20 Schwestern des Ordens, Geistlichen aus der Region, Vertretern der Stadt Bayreuth und Vertreterinnen und Vertretern der Caritas. Gäste waren unter anderem die stellvertretende Diözesan-Caritasdirektorin Ursula Kundmüller, die Geschäftsführerin der Caritas gGmbH St. Heinrich und Kunigunde, Friederike Müller, Heimleiterin Tanja Blahuschek und Regionaloberin Sr. Vinaya Thottathil. Aus Indien waren eigens zwei hochranginge Schwestern angereist, um mit ihren Ordensschwestern zu feiern und gemeinsam feierliche indische Tänze aufzuführen.
In den Festreden wurde an die ersten Jahre der Schwestern in Bayern erinnert: Sie waren zwischen 25 und 35 Jahre alt und ausgebildete Krankenschwestern und Hebammen. Als erste ausländische Ordensfrauen übernahmen sie in Bayern eine karitative Tätigkeit. „Wir sind nicht gekommen, ein fremdes Land kennenzulernen“, betonte Oberin und spätere Heimleiterin Sr. Pieta damals bei der Ankunft 1966. „Wir freuen uns darauf, alte Menschen betreuen zu können.“
Auch heute wirken noch acht Schwestern des Ordens im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin in Bayreuth. Ein zentraler Teil hierbei liegt somit auf der personellen Begleitung durch die Ordensschwestern auf dem letzten Lebensweg der ihnen anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohner. Wer möchte, erfährt auch Unterstützung im gemeinsamen Gebet. Der Orden indischer Herkunft trägt zudem auch einen Teil der erwünscht hohen interkulturellen Diversität im Personal bei. Im Bayreuther Stadtbild sind die indischen Pflegerinnen sehr beliebt und bekannt als die „Weiß-Blauen Schwestern“, was sich auf die Farbe ihrer Tracht bezieht.
Zur Historie:
Nach ihrer Ankunft am 8. September 1966 in Nürnberg wurden die Ordensschwestern für zehn Monate im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Vierzehnheiligen untergebracht, um sich an die klimatischen Verhältnisse und die deutsche Kultur zu gewöhnen. Außerdem sollten sie dort ihre Deutschkenntnisse ausbauen. Im Anschluss absolvierten die Schwestern ein Praktikum im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Forchheim. Während sie sich mit der Betreuung alter Menschen (in Indien pflegen in der Regel die Familien die Senioren selbst) und der Führung eines Altenheimes vertraut machten, fanden sie sowohl bei den Heimbewohnern als auch bei ihren deutschen Mitschwestern vom Orden der „Schulschwestern Unserer Lieben Frau“ bald großen Anklang. Die Oberin konnte nur Positives über ihre Praktikantinnen berichten und lobte insbesondere ihr freundliches Wesen, ihre gute Laune und ihre Anpassungsfähigkeit. Den Bewohnerinnen und Bewohnern brachten sie Abwechslung, denn sie konnten interessante und unbekannte Geschichten aus ihrer Heimat erzählen. So erhielten sie erste Einblicke in die Praxis. Nach dem Praktikum schloss sich eine 18-monatige Schulung an der Altenpflegeschule im Pius-Maria-Heim in München an. Nachdem das Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Martin in Bayreuth 1969 eröffnet wurde, übernahmen die Schwestern die Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner und Ordensschwester Pieta die Leitung des Hauses.
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